Rauschen im Ohr - Tinnitus ist ein vieldimensionales Phänomen

Bei der Komplexität des Gehörs kann es neben den Schädigungen auch zu Störungen kommen, deren Ursachen noch immer nicht geklärt werden konnten.
Bei Tinnitus handelt es sich um hartnäckige Ohrgeräusche, die nicht von außen kommen. Bei der Ursachenforschung stützen sich die Forscher bisher nur auf Vermutungen, nicht auf medizinisch belegte Tatsachen. Fest steht aber: Tinnitus ist ein Alarmzeichen des Gehörs.

Als häufigste Ursachen werden Innenohr- und Lärmschäden, Durchblutungsstörungen oder Hörsturz angenommen bzw. festgestellt. Aber auch Halswirbelerkrankungen oder Beschwerden im Zahn-Kiefer-Bereich können Ohrgeräusche hervorrufen. Das breite Spektrum macht deutlich, dass Tinnitus vor allem eines ist: eine Nervensache, die oft mit psychischer Belastung einhergeht.

Häufig treten die Ohrgeräusche gleichzeitig mit Hörproblemen auf. Dann kann mit der Anpassung von Hörgeräten auch der Tinnitus wieder in den Hintergrund treten. Er wird von der wieder gewonnenen Klangvielfalt des Alltags verdeckt. Auch sogenannte Tinnitus-Masker können wirksam sein, indem sie ihrerseits mit Geräuschen die Tinnitusfrequenzen überlagern. Unter dem Sammelbegriff Tinnitus-Retraining-Therapie kommen eine Reihe von Maßnahmen zusammen, die individuell angewendet werden mit dem Ziel, die Geräusche in den Hintergrund zu drängen.

Ohrgeräusche ausblenden lernen

Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Deshalb ist es sinnvoll, die Ursache der Ohrgeräusche zunächst durch den HNO Arzt abklären zu lassen, um zugrunde liegende Krankheiten ausschließen zu können. In 80 % der Fälle verschwinden die Ohrgeräusche wieder vollständig. Aber auch, wenn der Tinnitus bleibt, gibt es Hilfe.

Bei einem chronischen subjektiven Tinnitus hat sich die Tinnitus-Retraining-Therapie bewährt. Das ambulante Konzept basiert auf der interdisziplinären Zusammenarbeit von Hörgeräteakustikern, Medizinern und Psychologen. Ziel ist durch Habituationsprozesse den Tinnitus aus der Wahrnehmung verschwinden zu lassen.

Was ist Tinnitus?

Als Tinnitus bezeichnet man Ohr- und Kopfgeräusche, denen keine Schallquelle außerhalb des Körpers zugrunde liegt. Dauern die Beschwerden mehr als drei Monate an, spricht man von einem chronischen Tinnitus. Man unterscheidet zwei Formen, die unterschiedliche Ursachen haben.

Subjektiver Tinnitus

Man nimmt Geräusche wahr, die sich nicht auf eine Schallquelle zurück führen lassen. Obwohl für andere nicht hörbar, entspringen solche Geräusche aber nicht der Einbildung. Vielmehr liegt die Wahrnehmung der Töne an einer fehlerhaften Hörverarbeitung im Gehirn. Mit 99 % ist diese Form des Tinnitus die weitaus häufigste.

Objektiver Tinnitus

Man hört Geräusche, deren Ursache eine körpereigene Schallquelle im Ohr oder in Ohrnähe ist. Solche Geräusche kann ein Arzt mit einem Stethoskop oder einem Hörschlauch auch von außen hören. Der objektive Tinnitus ist sehr selten.


Mögliche Ursachen des subjektiven Tinnitus

Hörsturz
Altersschwerhörigkeit
Knalltrauma
Fremdkörper im Gehörgang (Ohrschmalzpfropf, Watte)
Gehörgangs- und Mittelohrentzündung
Störungen der Nervenbahnen des Innenohrs
bakterielle und virale Infekte
Funktionsstörungen der Halswirbelsäule oder des Kiefergelenks
Stoffwechselerkrankungen
Otosklerose
Akustikusneurinom
Ménière Krankheit
Caissonkrankheit (Taucherkrankheit)
Multiple Sklerose
Schädel-Hirn-Traumata
Medikamente, z.B. bestimmte Antibiotika (Aminoglykoside)
Stress
belastende Lebenssituationen


Mögliche Ursachen des objektiven Tinnitus

Verkrampfungen der im Ohr gelegenen Muskeln oder der Gaumenmuskulatur
Erweiterte oder offen stehende Ohrtrompete
Gefäßverengung
Blutschwämme (Hämangiome) aus mehreren kleinen Blutgefäßen
Fisteln zwischen Blutgefäßen
Herz-Kreislauf Erkrankung

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